Pressemitteilung: Stadtwerke-Strategie

Münsteraner Klimagruppen zu neuer Stadtwerke-Strategie:

„Kohle- und Atomausstieg sind wichtiges Zeichen“

„Jetzt ist eine rasche und konsequente Umsetzung gefragt“

Die im Münsteraner Klimaalarm-Bündnis zusammengeschlossenen Gruppen sowie das Umweltforum Münster begrüßen den am vergangenen Mittwoch angekündigten deutlichen Strategiewechsel bei den Stadtwerken Münster, drängen aber auf eine rasche und konsequente Umsetzung.

„Der angekündigte Ausstieg aus dem Einkauf von Kohle- und Atomstrom innerhalb von drei Jahren ist ein wichtiges Zeichen, das sich wohltuend von Konzernen wie RWE oder Uniper abhebt. Nach Jahren des Stillstands brechen die Stadtwerke Münster endlich wieder auf, jetzt zählt aber natürlich die konkrete Umsetzung,“ erklärte Matthias Eickhoff von der Initiative SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster.

Das neue Denken bei den Stadtwerken sei erfreulich, ergänzte Harald Nölle vom Umweltforum Münster. „Insbesondere der massive Ausbau im Solar- und Windbereich ist zu begrüßen. Münster hat hier großen Nachholbedarf und viel Potenzial. Wichtig sind konkrete jährliche Ausbauziele, um den Fortschritt nachvollziehen zu können.“

Doch neben dem Lob für die Pläne der Stadtwerke sehen die Klimagruppen mit Bezug auf die Klimapolitik der Stadt Münster insgesamt weiter blinde Flecken: „Um dem Beschluss der Stadt Münster, bis 2030 klimaneutral zu werden, zu verwirklichen, ist die Stadtwerke-Strategie für sich alleine noch nicht ausreichend“, so Laura Pick von der BUNDjugend. „Wir fordern konkrete Überlegungen, wie die verbleibenden CO2-Emissionen vermieden oder zumindest kompensiert werden können. Auch die angekündigte Wende in der Wärmeversorgung erfordert schnelle Maßnahmen, die ausschließlich auf erneuerbaren Energien aufbauen“.

Neben konkreten Fahrplänen und Ausbauzielen in diesen beiden Punkten fordern die Klimagruppen, dass die Stadtwerke auch in Zukunft den Bezug von Fracking-Gas ausschließen, und zusammen mit der Stadt Münster die Beteiligung am Flughafen Münster Osnabrück aufgeben. Sehr wichtig ist auch ein Fahrplan hin zu einer autofreien Innenstadt, eingebettet in eine umfassende Verkehrswende für Münster.

Die Aktivist*innen erinnern an die massiven klimapolitischen Proteste im vergangenen Jahr, die in Münster ein neues Klimabewusstsein geschaffen haben. Sie sind daher zuversichtlich, dass die Stadt Münster die jetzigen Forderungen zeitnah umsetzt.

Gustav von Blanckenburg von Fossil Free Münster schließt: „Die Stadtwerke-Strategie begrüßen wir als ersten Schritt in eine gute Richtung, klar ist aber auch: Weitere werden folgen müssen. Wir werden weiter Druck machen, damit der Weg zur Klimaneutralität nach diesem Anfang konsequent weiter gegangen wird.“

Im Klimaalarm Münster sind folgende Gruppen zusammengeschlossen: Bund Jugend Münster, Ende Gelände Münster, Extinction Rebellion Münster, Fossil Free Münster, Fridaysfor Future Münster, Interventionistische Linke, Seebrücke Münster, SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster, Studentsfor Future Münster, Tierrechtstreff Münster

Kontakte:
Harald Nölle, Umweltforum Münster, Tel. 0251 / 13 60 23
Gustav von Blanckenburg, Fossil Free Münster, Tel. 0170 / 41 54 963
Laura Pick, BUNDjugend Münster, Tel. 01577 / 50 70 727
Matthias Eickhoff, SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster, Tel. 0176 / 64 69 90 23

Weitere Infos:

  • https://klimaalarm-ms.de
  • www.umweltforum-muenster.de
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